Logistik
Das Trucker-Gen im Blut

Manchen wird ihr Beruf in die Wiege gelegt – so war es auch bei Azubi Falco. Von klein auf hat er seinen Großvater bei Lkw-Touren begleitet. Aber selbst wenn die Leidenschaft fürs Transportwesen nicht „angeboren“ ist, kann die Logistikbranche einiges bieten.

Über 1.200 Neufahrzeuge transportiert die Möhlmann Automobil-Logistik GmbH & Co. KG, und das täglich. Mercedes, Porsche und Volkswagen – für Hersteller wie diese sind 80 offene und zwölf geschlossene Lkw europaweit unterwegs.

Und genau die möchte Falco fahren: Er macht eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer. In erster Linie muss er dafür natürlich den Lkw beherrschen. Dazu kommen die Fahrzeugkontrolle, das Auf-und Abladen der Güter sowie die Ladungssicherung. Und damit kennt sich Falco aus: „Einen Porsche Cayenne sollte man vier Mal keilen und zwei Mal gurten“, weiß der angehende Fachmann.

Nicht nur im Unternehmen, auch in der Berufsschule wird Wissen, wie etwa die Arbeitszeitregelungen, vermittelt. Zum Beispiel: Nach viereinhalb Stunden ist eine Pause Pflicht. Oder: Länger als zwei Mal zehn Stunden pro Woche fahren ist nicht erlaubt. Bis Azubis alleine fahren, vergeht aber eine ganze Weile. Erst einmal stehen Pkw- und Lkw-Führerschein an, dann wechselt sich ein Azubi mit einem Berufskraftfahrer am Steuer ab, bis er endlich eigenständige Touren fahren darf.

bei € 1.800,- brutto liegt im Schnitt das Einstiegsgehalt eines gelernten Berufskraftfahrers

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Interview

Dietmar Harms

Ausbildungsleiter bei der NORDFROST GmbH & Co. KG

Frage: Welche Ausbildungsberufe kann man bei NORDFROST erlernen?

Dietmar Harms: Die NORDFROST ist als Familienunternehmen international erfolgreich in der Tiefkühllogistik. Bundesweit werden rund 150 junge Menschen ausgebildet, als Kaufleute (Spedition und Logistikdienstleistung, Groß- und Außenhandel, Büromanagement), Informatiker (Systemintegration, Anwendungsentwicklung), Fachlageristen und Fachkräfte für Lagerlogistik sowie Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. Zudem bieten wir duale Studiengänge in Logistik und Prozessmanagement sowie in der Wirtschaftsinformatik an.

Frage: Was sollte ein Bewerber mitbringen?

Harms: Neben einem Realschulabschluss oder Abitur mit guten Noten in Deutsch, Mathe und Englisch sind vor allem Team- und Kommunikationsfähigkeit wichtig. Informatikkenntnisse sowie logisch-analytisches Denkvermögen zählen bei den IT-Auszubildenden. Im Bereich Lagerlogistik und Elektronik liegen die Schwerpunkte auf einer sorgfältigen Arbeitsweise, Teamfähigkeit und körperlichen Belastbarkeit. Voraussetzung ist hier ein guter Hauptschulabschluss.

Frage: Wie wird ein Auszubildender bei NORDFROST an seine Aufgaben herangeführt?

Harms: Während der dreijährigen Ausbildung durchläuft er die Abteilungen. Die Auszubildenden werden in Teams eingebunden und bearbeiten Aufgaben eigenständig. So erhalten sie einen guten Überblick über Abläufe und logistische Prozesse. Die Ausbildung wird durch Einsätze in anderen Unternehmensstandorten, Auslandspraktika und Zusatzunterricht wie Prüfungsvorbereitungskurse abgerundet.

Beispielberufe

Jeder Transport-, Industrie- und Handelsbetrieb muss Waren und Rohstoffe lagern und für den Versand, den Verkauf oder die Verarbeitung vorbereiten. Fachkräfte für Lagerlogistik wissen, wie sie gewissenhaft mit verderblichen, zerbrechlichen oder Gefahrgütern umzugehen haben, aber auch mit Hochregalen, Containern oder Fässern. Sie nehmen Ware entgegen, kontrollieren sie und bringen Container und Paletten an den richtigen Platz. Sie planen Touren, schreiben Begleit-und Versandpapiere, berechnen Verpackungskosten und stellen Ladeeinheiten zusammen.

Umsichtigkeit und Sorgfalt sind besonders wichtige Charakteristika, die ein Bewerber mitbringen sollte. Wissen in Mathe, Deutsch und Englisch wird meist vorausgesetzt. Außerdem sind Computerkenntnisse und ein mittlerer Bildungsabschluss von Vorteil.

Es lockt der Aufstieg zum/zur Logistikmeister/-in, zum/zur technischen Fachwirt/-in oder Betriebswirt/-in. Möglich ist auch der Weg in die Spezialisierung oder Selbstständigkeit.

3 Jahre

drei verschiedene Fachrichtungen: Lokführer, Transport, Fahrweg; umfassender Überblick über das Schienennetz Deutschlands; Verantwortung: pünktlicher Transport von Passagieren und Produkten von A nach B

Hohe Aufmerksamkeitsgabe und schnelles Reaktionsvermögen bei den Fahrten; Verantwortungsbewusstsein gegenüber Fahrgästen oder zu transportierender Ware; Bereitschaft zum Schichtdienst; technische Begeisterung; gute Mathematikkenntnisse

Die Karriere eines Fahrdienstleiters muss nicht am Steuerpult eines Stellwerks enden. Bei entsprechend guten Leistungen gibt es Aufstiegsmöglichkeiten. Beispielsweise eine Weiterbildung zum Fachwirt für den Bahnbetrieb.

3 Jahre

Zahlen und Fakten

24.204 junge Menschen absolvierten im Jahr 2014 eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik.

Die Anzahl der Unternehmen der gewerblichen Binnenschifffahrt in Deutschland beläuft sich nach aktuellen Zahlen auf mehr als 1.000.

Alle gewerblichen Logistikdienstleister Deutschlands erwirtschafteten 2014/2015 zusammen rund 113 Milliarden Euro.