Ernährungswirtschaft
Gegessen und getrunken wird immer!

Gutes Essen, ein Eis für zwischendurch und ein Bier am Abend: Das alles gehört zu unserem Alltag dazu. Immer mehr Menschen legen Wert auf bewusste Ernährung. Spezialisten hierfür sind Fachkräfte für Lebensmitteltechnik.

Um geringe Nachfrage muss sich Mirko Albrecht nicht sorgen: „Gegessen und getrunken wird immer“, sagt der Leiter des Bereichs Abfüllung im Friesischen Brauhaus Jever augenzwinkernd. Auch für die Ausbildung von Fachkräften für Lebensmitteltechnik ist er verantwortlich.

Einer seiner Azubis ist Sven. Seit sechs Uhr morgens ist er bei der Arbeit. Hier befüllt er regelmäßig die Etikettiermaschine, damit jede Flasche Jever vollständig gekennzeichnet ist. Auch Qualität und Erscheinungsbild werden überprüft. Dafür bringt Sven von jeder Charge einige Proben in das hauseigene Prüflabor.

„Sollte ein Verbraucher einen Anlass zur Beanstandung haben, können wir anhand des Etiketts die zurückgestellte Flasche mit dem reklamierten Produkt vergleichen.“ Neben dem Qualitätsmanagement nimmt Sven auch Rohstoffe an, steuert die Produktions- und Verpackungsprozesse und wartet und pflegt Maschinen und Anlagen.

Vor allem ihre Bedienung findet er interessant. „Jede Tätigkeit trägt letztlich dazu bei, Lebensmittel herzustellen, die wir ansonsten bereits hübsch verpackt im Supermarkt finden“, sagt der Azubi.

zwischen € 1.500,- und € 2.400,- brutto beträgt das Einstiegsgehalt einer Fachkraft für Lebensmitteltechnik

Interview

Markus Delke, Produktentwickler bei Greenland Seafood

Frage: Sie bilden unter anderem zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik aus. Was muss jemand mitbringen, um Sie von sich zu überzeugen?

Markus Delke: Die Bewerber sollten Freude an technischen Abläufen und an der Arbeit mit Lebensmitteln haben, im Team arbeiten wollen und eine Affinität für Naturwissenschaften und Mathematik haben. Motivation und Engagement sollten spürbar sein.

Frage: Warum sollten sich Schulabgänger für eine Ausbildung bei Ihrem Unternehmen entscheiden?

Delke: In unserem Unternehmen können Auszubildende schon während Ihrer Ausbildung mittendrin sein, etwas bewegen und sich mit eigenen Ideen einbringen. Flache Organisationsstrukturen, das „Du“ untereinander und echte Offenheit sind ein Stück unserer Unternehmenskultur. Wir bieten eine fundierte Ausbildung bei einem sehr angenehmen, kollegialen Arbeitsklima. Unsere Auszubildenden sollen gern zur Arbeit kommen und Spaß daran haben.

Frage: Wie könnte die Zukunft einer Fachkraft für Lebensmitteltechnik bei Ihnen oder in der Region aussehen? Wie sind die Chancen, später übernommen zu werden?

Delke: Die Möglichkeiten, nach der Ausbildung übernommen zu werden, stehen in unserem Unternehmen sehr gut. Wir bieten unseren Mitarbeitern viel Entwicklungspotenzial und bilden gern auch aus den eigenen Reihen unseren Führungs-Nachwuchs. Durch die hohe Technisierung der Produktionslinien müssen Mitarbeiter fachlich immer besser geschult werden und die ausgebildeten Fachkräfte haben demzufolge sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Darüber hinaus ist die Ausbildung so abwechslungsreich, dass ausgebildete Fachkräfte auch in allen anderen lebensmittelproduzierenden Industrien gute Entfaltungs- und Berufsmöglichkeiten haben.

Beispielberufe

Klingt für viele nach einem Traumjob: Süßwarentechnologen/-innen stellen industriell Süßwaren her. Ihre Qualifikationen werden in den Fachrichtungen „Schokoladenwaren und Konfekt“, „Bonbons und Zuckerwaren“, „Feine Backwaren“, „Knabberartikel“ oder „Speiseeis“ vertieft. Dabei stellen sie die Zutaten bereit, überwachen den Produktionsprozess und sind für die Endkontrolle der Produkte zuständig.

Die Liebe zu Süßem ist natürlich von Vorteil. Bewerber sollten zudem handwerkliche Begabung und Interesse an hochtechnisierten Anlagen vorweisen können. Mit einem mittleren Bildungsabschluss stehen die Chancen gut.

Der/die geprüfte Industriemeister/-in der Fachrichtung Süßwaren ist ein möglicher Aufstieg ebenso wie der/die Technische Fachwirt/-in oder – bei ausreichender Qualifikation – ein Studium der Lebensmitteltechnologie.

3 Jahre

komplexe biochemische und mirkobiologische Prozesse kennenlernen; Ausbildung in allen Abteilungen: Produktion, Labor und Verwaltung; hohe Verantwortung: Qualitätsmängel und technische Fehler sollen eigenständig behoben werden; Abläufe planen und kontrollieren; zusätzlich Lebensmittelrecht und Umweltschutz

Verständnis für Mathematik und Naturwissenschaften; Interesse an Steuerungstechnik und Informatik; technisches Verständnis; Belastbarkeit aufgrund des Schichtdienstes; ein ausgeprägtes Hygienebewusstsein bei der Verarbeitung von Milchprodukten

Es bietet sich in diesem Beruf beispielsweise die Weiterbildung zum Molkereimeister an. Diese kannst du direkt im Anschluss an deiner Ausbildung machen. Als Molkereimeister übernimmst du Fach- und Führungsaufgaben und bist für die Überwachung der Arbeitsprozesse zuständig.

3 Jahre

Zahlen und Fakten

Die deutsche Ernährungsindustrie ist mit rund 570.000 Beschäftigten in 5.800 Betrieben der drittgrößte deutsche Industriezweig und führend in Europa.