Energiewirtschaft
Immer unter Strom

Ohne Sie wäre Wilhelmshaven dunkel: Die Mitarbeiter im Steinkohlekraftwerk Uniper sind dafür verantwortlich, dass aus Kohle Strom wird. Und dieser Strom soll auch störungsfrei beim Verbraucher landen.

Dazu werden unter anderem Industriemechaniker und Elektroniker für Betriebstechnik ausgebildet. Sie sorgen für reibungslose Abläufe und die Instandhaltung der Anlage. Michael ist als ausgebildeter Industriemechaniker dafür zuständig, metallische Bauelemente und Maschinen, die das Kraftwerk unterstützen, verbessern oder erweitern, zu fertigen.

Außerdem repariert er defekte Teile oder ersetzt sie durch neue. Auf jedes Detail muss er dabei achten: „Alles muss richtig zusammengeschweißt und genau eingepasst werden, sonst entstehen große Probleme in den Abläufen.“ Auch Yannic ist Industriemechaniker und arbeitet jetzt als Kraftwerker: Jeden Winkel des Kraftwerks überprüft er und trägt dafür Sorge, dass alle Abläufe stimmen. „Mich hat es schon immer interessiert, wie die vielen Prozesse funktionieren, die dazu führen, dass aus Kohle Strom entsteht“, erzählt er.

Nach 18 Monaten Ausbildung durfte er im Kraftwerk endlich das Gelernte anwenden. „Hier mussten wir gleich eine große Verantwortung tragen“, erzählt Yannic. Die dreieinhalbjährige Ausbildung trägt er sie problemlos.

 

€ 2.400,- verdienen Industriemechaniker durchschnittlich

Interview

Rolf Cymorek & Lothar Schaumburg

Rolf Cymorek und Lothar Schaumburg, Ausbildungsleiter bei der ENGIE Deutschland AG

Frage: Herr Lebek, Herr Cymorek, Sie sind Ausbildungsleiter bei ENGIE. Was können junge Leute bei Ihnen lernen?

Rolf Cymorek: Sie können eine Ausbildung zum Industriemechaniker mit Fachrichtung Instandhaltungstechnik oder zum  Elektroniker für Betriebstechnik absolvieren. Zusätzlich bilden wir für Fremdbetriebe den Elektroniker für Automatisierungstechnik sowie den Mechatroniker aus.

Frage: Auf welche Schlüsselqualifikationen legen Sie bei ihren Auszubildenden wert?

Lothar Schaumburg: Wir suchen Auszubildende, die sich für Technik begeistern. Zudem achten wir sehr auf vernünftige Umgangsformen und auf unentschuldigte Fehltage im Zeugnis. Aus der Erfahrung wissen wir aber auch, dass Noten nicht unbedingt eine Aussagekraft über die jeweilige Person besitzen.

Frage: Wie führen Sie junge Leute an Ihre neuen Aufgaben heran?

Cymorek: Um den Auszubildenden das grundlegende Rüstzeug für den Beruf vermitteln zu können, steht uns in Bremen Farge eine eigene Ausbildungswerkstatt zur Verfügung. Diese spielt beim Übergang von der Schule in den Betrieb eine tragende Rolle, da hier die nötige Ruhe und Zeit vorhanden ist, um junge Auszubildende auf die weiteren Arbeitsprozesse vorzubereiten.

Frage: Wie schätzen Sie die Entwicklung der Ausbildungssituation in Ihrer Branche in der Region ein?

Schaumburg: Die Berufsausbildung hat längst nicht mehr den Stellenwert, den sie eigentlich verdient. Alle stürmen in die Vorlesungssäle der Hochschulen und unsere Werkbänke bleiben leer. Es ist sehr wichtig an dieser Stelle noch viel mehr Aufklärungsarbeit zu betreiben, um den jungen Menschen zu zeigen, dass eine fundierte Berufsausbildung auch sehr gute berufliche Perspektiven bietet!

Beispielberufe

Vor allem als Spezialisten in der elektrischen Energietechnik sind Elektroanlagenmonteure/-monteurinnen begehrt. An meist täglich wechselnden Einsatzorten installieren, warten und reparieren sie Anlagen der Energieversorgungstechnik, der Steuerungs- und Regelungstechnik, der elektronischen Meldetechnik, der Sicherheits- und der Beleuchtungstechnik.

In diesem Beruf lernt man quasi nie aus. Denn die Computertechnologie entwickelt sich ständig weiter. Bewerber müssen also flexibel genug sein, immer wieder aufs Neue mit dem Stand der Technik vertraut zu machen. Eingestellt werden vorwiegend Schülerinnen und Schüler mit mittlerer Reife und guten Kenntnissen in Mathe, Physik, Werken und Technik.

Um die Karriereleiter nach oben zu klettern, empfiehlt sich eine Weiterbildung beispielsweise zum/zur geprüften Industriemeister/-in in der Fachrichtung Elektrotechnik oder zum/zur technische/-r Betriebswirt/-in.

3 Jahre

IT-Systemelektroniker/-innen beherrschen den Umgang mit Computersystemen, Funknetzen und Sicherheitssystemen. Dazu kennen sie sich in der modernen Welt der Informationstechnologie und der Telekommunikationssysteme aus und realisieren kundenspezifische Hard- und Software-Lösungen. 

Technik, Technik, Technik – das sind die drei wichtigsten Bausteine dieses Ausbildungsberufs. Um alles zu verstehen und die Herausforderungen meistern zu können, sollten fundierte Englisch- und Mathekenntnisse nachgewiesen werden können, am besten auch in einem guten Realschulabschluss.

Ausgebildete IT-Systemelektroniker/-innen können sich nach Besuch einer Meisterschule den Meistertitel erwerben.

3 Jahre

Zahlen und Fakten

30 Prozent der Bruttostromerzeugung kamen 2015 aus erneuerbaren Energieträgern.

Die deutsche Windindustrie beschäftigte 2014 149.200 Menschen.

6,2 Mio. Tonnen Steinkohle hat Deutschland 2015 gefördert.