Dienstleistungen
Das Prinzip „cook & chill“

Klingt wie „Netflix & Chill“, meint aber ein modernes Zubereitungsverfahren von Speisen: Bei Jade-Weser Catering lernen Azubis das „cook & chill“-Prinzip und die Koordination von Auslieferungen.

Auf 2.000 Quadratmetern werden bei Jade-Weser Catering die Speisen zubereitet. Bis zu 4.000 Essen verlassen täglich den Standort in Varel. Neben den Küchen ist auch die Herstellung auf dem neusten Stand: Beim „cook & chill“-Prinzip wird das Essen zu 85 Prozent gegart („cook“) und anschließend in Schockkühlern heruntergekühlt („chill“). Beim Kunden wird es dann zu Ende gegart und so frisch serviert. Für die reibungslose Herstellung und Auslieferung sind Systemgastronomen verantwortlich – das lernt Azubi Lena. Vor allem die Mischung aus Büro und „die Arbeit mit den Händen“ gefalle ihr. „Im Lager schleppe ich schon mal 25 Kilo-Säcke“, erzählt die 20-Jährige. Dort kontrolliert sie nach der Warenannahme Temperatur, Optik und Sensorik. Küchenarbeit gehört genauso zum Job wie die administrative Seite der Gastronomie: Sie gibt Bestellungen der Kunden an Einkäufer weiter, erstellt Menü- und Tourenpläne, bereitet Rechnungen für die Buchhaltung vor. „Der Anspruch ist hoch, dafür bekomme ich aber viel zurück: Einblicke in unterschiedliche Unternehmensbereiche, eine angenehme Arbeitsatmosphäre und ein motiviertes Team“, berichtet Lena.

€ 1.831,- verdienen Systemgastronomen durchschnittlich

Interview

Rainer Kuhlmann

Geschäftsführender Gesellschafter der Selos Informationssysteme GmbH

Frage: Seit wann bildet Ihr Unternehmen aus und worauf legt es bei den Bewerbern wert?

Rainer Kuhlmann: Die Selos Informationssysteme GmbH ist mir ihrer Gründung 1992 die älteste IT-Firma in Wilhelmshaven und bietet seit Anfang der 2000er Jahre die Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration an. Gefragt sind für diesen Beruf ein großes Interesse an Computern und Neugierde, weil sich die IT ständig verändert. Zudem sollte man ein Gespür für optimale Geschäftsabläufe haben, Englisch verstehen und auf die Kunden zugehen können.

Frage: Sind auch Frauen unter den Auszubildenden?

Kuhlmann: Immer noch wenige – bei der letzten Stellenausschreibung waren drei von 40 Bewerbern weiblich. Ob jemand mit IT umgehen kann oder nicht, hat nichts mit dem Geschlecht zu tun. Wir haben mit Frauen gute Erfahrungen gemacht, zumal sie oft anders an Aufgaben herangehen.

Frage: Was macht für Sie den Reiz an der Dienstleistungsbranche aus?

Kuhlmann: Als externer Dienstleister für gewerbliche Kunden bekommen wir Einblicke in Bereiche des Industrielebens, die anderen verschlossen bleiben – vom Modegeschäft über die Anwaltskanzlei bis zur Augenpraxis. Dafür wird unseren Mitarbeitern aber auch Verschwiegenheit abverlangt. Und sie tragen eine große Verantwortung: Zum Teil liegt der gesamte Geschäftsbetrieb lahm, wenn die IT nicht funktioniert.

Beispielberufe

Die Ausbildung zum/zur Bankkaufmann/-frau zählt zu den beliebtesten Ausbildungsberufen in Deutschland. Bankkaufleute beraten ihre Kunden, geben Informationen zur Kontoführung und Möglichkeiten der Kapital- und Geldanlage. Außerdem übernehmen sie Kontrollaufgaben im Rechnungswesen. Arbeitsplätze finden sich nicht nur bei Kreditinstituten wie Banken, sondern auch bei Girozentralen, Sparkassen und Bausparkassen sowie an Börsen und im Wertpapierhandel.Die mittlere Reife gilt als Mindestvoraussetzung, besser ist die Hochschulreife. Verantwortungsbewusstsein, Kommunikationsfähigkeit, Kunden- und Serviceorientierung, Interesse für Wirtschaft und Recht, Deutsch und Englisch, EDV- und Mathekenntnisse sind unverzichtbar.

Die mittlere Reife gilt als Mindestvoraussetzung, besser ist die Hochschulreife. Verantwortungsbewusstsein, Kommunikationsfähigkeit, Kunden- und Serviceorientierung, Interesse für Wirtschaft und Recht, Deutsch und Englisch, EDV- und Mathekenntnisse sind unverzichtbar.

Denkbar sind etwa der/die Bankfachwirt/-in, der/die Bankbetriebswirt/-in oder der/die Fachkaufmann/-frau. Bei einer Hochschulzugangsberechtigung ist ein BWL- oder Ökonomie-Studium naheliegend.

3 Jahre

Gebäudereiniger/-innen sind Spezialisten für Hygiene und Sauberkeit in den Innen- und Außenbereichen von Gebäuden, Verkehrsmitteln und Industrieanlagen. Dazu rücken sie mit modernem Hochleistungsgerät an. Auch die Beseitigung von tierischen Schädlingen gehört zum Berufsbild. Die Gebäudereinigung ist das Handwerk mit den meisten Beschäftigten in Deutschland. 

Formale Voraussetzungen gibt es keine, aber die meisten Auszubildenden haben einen Hauptschulabschluss. Teamfähigkeit und Schwindelfreiheit sind besonders wichtig. Wer sich allerdings vor Schmutz und Dreck ekelt oder gegen Reinigungs- und Putzmittel allergisch ist, sollte besser einen anderen Beruf in Betracht ziehen.

Mit dem Gesellenbrief sind Gebäudereiniger gefragte Fachleute und übernehmen rasch verantwortungsvolle Tätigkeiten, überwachen beispielsweise Reinigungsarbeiten oder disponieren Personal und Geräte.

3 Jahre

Zahlen und Fakten

Bei 421,6 Milliarden Euro lag die Bruttowertschöpfung im Bereich „Handel, Gastgewerbe und Verkehr“ im Jahr 2015.

In Deutschland arbeiten durchschnittlich 244 von 1.000 Einwohnern im Dienstleistungssektor.

Auf rund 40 Prozent wird das Nachfragepotenzial an Dienstleistungen im Haushalt geschätzt.